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Vier Offerten für ein Gewerk, vergleichbar gemacht

Beispiel einer Wohnüberbauung mit zwölf Einheiten. Gewerk: Fenster und Aussentüren, BKP 221. Vier Offerten kamen als PDF in vier verschiedenen Aufbauten. Sie werden gelesen, Zeile für Zeile auf den Kostenvoranschlag gelegt und einander gegenübergestellt. Entscheidend ist nicht das Total, sondern was jedes Total enthält und was nicht.

Kostenvoranschlag, BKP 221
CHF 412'000
die Zahl, die die Bauherrschaft kennt
Tiefstes Total wie offeriert
CHF 359'600
Unternehmer B, und es ist nicht die günstigste Offerte
Tiefstes bei gleichem Umfang
CHF 396'800
Unternehmer A, sobald die Lücken eingepreist sind

Alle Beträge in CHF. Die Zuschläge sind der Wert der Positionen, die ein Unternehmer weggelassen hat, zum Kostenvoranschlag bewertet, damit die letzte Spalte dasselbe Gebäude vergleicht.

Offertvergleich BKP 221, alle Beträge in CHF
PositionKV CHFUnternehmer A CHF Unternehmer B CHFUnternehmer C CHFUnternehmer D CHF
221.1 Fenster Holz-Metall, 96 Stück268'000 259'300271'500248'900264'100
221.2 Aussentüren, 14 Stück52'000 50'40053'80049'10051'600
221.3 Sonnenschutz, Aussenstoren58'000 57'1000 nicht offeriert 56'20057'900
221.4 Fensterbänke und Anschlussbleche19'000 18'70019'400 0 ausgeschlossen18'900
221.5 Montage, Abdichtung, Entsorgung15'000 11'30014'900 25'200 Pauschale14'400
Total wie offeriert412'000396'800 359'600379'400406'900
Zuschlag für fehlenden Umfang-0 +58'000+19'0000
Vergleichbares Total, gleicher Umfang412'000 396'800417'600398'400406'900

Was das Lesen gefunden hat

Unternehmer B, Sonnenschutz fehlt.
Das Begleitschreiben bietet die Storen «auf Anfrage» an. Nichts ist gepreist. Nach den Totalen allein liegt B CHF 37'200 unter A. Bei gleichem Umfang liegt B CHF 20'800 über A. Quelle: Offerte B, Seite 2, Abschnitt 3.
Unternehmer C, Fensterbänke ausgeschlossen.
Position 221.4 trägt den Vermerk «durch Dritte». Ausgeschlossene Arbeit verschwindet nicht, sie wandert in ein anderes Gewerk, zu einem Preis, den noch niemand angefragt hat. Quelle: Offerte C, Seite 4, Zeile 41.
Unternehmer C, Pauschalpreis.
C preist Montage, Abdichtung und Entsorgung als eine Pauschale von CHF 25'200 statt je Position. Position 221.5 allein liest sich deshalb als Überschreitung um CHF 10'200 gegenüber den veranschlagten CHF 15'000. Die Pauschale trägt Montage, welche die anderen drei in ihre Einheitspreise verteilen; darum ist C bei 221.1, 221.2 und 221.3 der Tiefste. Über den Umfang, den C tatsächlich offeriert, diese drei Positionen plus 221.5, liegt C mit CHF 379'400 gegenüber veranschlagten CHF 393'000 um CHF 13'600 tiefer. Genau dieser Fall erzeugt einen falschen Alarm, darum wird er als Grund gezeigt und nicht als Differenz.
Unternehmer A, vollständig.
Alle fünf Positionen gepreist, keine Ausschlüsse, Bedingungen wie ausgeschrieben. Vor dem Vergabegespräch ist nichts zu klären.

Bereit für das Gespräch vor der Vergabe

Je Unternehmer, was zu klären ist, in der Reihenfolge, in der Sie fragen würden. Sauber vergleichen, nicht drücken.

  • Den Sonnenschutz preisen, oder schriftlich bestätigen, dass er fehlt und wer ihn trägt.
  • Bestätigen, was «durch Dritte» bei den Fensterbänken umfasst, und die Pauschale aufteilen lassen, damit die Schlussabrechnung prüfbar ist.
  • Lieferfrist vierzehn Wochen statt der zehn aus der Ausschreibung. Fragen, ob zehn möglich sind und zu welchem Preis.
  • Nichts offen. Vergabereif.

Von hier wird nichts versendet. Vergleich, Fragen und Vergabeempfehlung sind vorbereitet; Gespräch, Verhandlung und Entscheid bleiben bei Ihnen.